Schweiz 2026 H1: Anordnungsmodell unter Druck: Was der Evaluationsbericht 2026 für deine Praxis bedeutet

Seit Juli 2022 können psychologische Psychotherapeut:innen Leistungen direkt über die Grundversicherung abrechnen — eine grosse Errungenschaft. Doch die Kosten sind schneller gestiegen als erwartet. Das BAG hat einen Evaluationsbericht für Frühling 2026 angekündigt, der Handlungsbedarf und mögliche Anpassungsmassnahmen aufzeigen soll. Was du jetzt wissen musst — ohne Panikmache, aber mit klarem Blick.

Was das Anordnungsmodell gebracht hat

Im früheren Delegationsmodell konnten psychologische Psychotherapeut:innen nur unter ärztlicher Anstellung in einer Praxis abrechnen. Mit dem Wechsel zum Anordnungsmodell im Juli 2022 bekamen sie in der Schweiz erstmals eine eigenständige Stellung in der Grundversicherung. Keine Unterordnung unter Ärzt:innen mehr — die Therapie wird auf ärztliche Anordnung hin selbstständig erbracht und direkt über die OKP abgerechnet.

Die Tarife stiegen im Zuge dieser Neuordnung spürbar: Der provisorische Stundentarif liegt bei 155 CHF, rund 16 % über dem früheren Durchschnitt im Delegationsmodell von etwa 133 CHF. Für viele Praxen war das eine echte wirtschaftliche Verbesserung.

Die Zahlen, die das BAG beunruhigen

Der zweite Monitoringbericht des Bundesamts für Gesundheit (BAG) vom 19. August 2025 dokumentiert eine starke Kostensteigerung: Die OKP-Kosten für psychologische Psychotherapie sind von 528 Millionen CHF im Jahr 2021 auf 922 Millionen CHF im Jahr 2024 gestiegen. Der steilste Anstieg fiel auf die Jahre 2022 und 2023 — direkt nach Einführung des Anordnungsmodells.

Das ist nachvollziehbar: Mehr Fachpersonen rechnen ab, mehr Klient:innen gelangen an Behandlung, und der Tarif liegt höher als zuvor. Aber aus Sicht der Krankenversicherer und des BAG entsteht dadurch ein politischer Handlungsdruck.

Was der Evaluationsbericht 2026 bringen könnte

Das BAG hat für Frühling 2026 einen Evaluationsbericht angekündigt, der explizit "Handlungsbedarf und mögliche Anpassungsmassnahmen" benennen soll. Was das konkret bedeutet, ist noch offen. Mögliche Diskussionspunkte im politischen Raum sind Mengenbegrenzungen, stärkere Kontrollen über Anordnungen, Anpassungen bei den Tarifen oder neue Anforderungen an die Dokumentation.

Niemand weiss heute genau, was kommt — und das ist der Kern der Unsicherheit, mit der viele Praxen gerade umgehen müssen.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Tarifberatung. Bei konkreten Fragen zu Tarifen und Abrechnung wende dich an den FSP oder eine Fachperson für Praxisrecht.

Die Tarifdiskussion: provisorisch bis mindestens 2027

Eine definitive Tarifstruktur wurde zwar eingereicht, die Einführung ist aber voraussichtlich frühestens 2026 — realistischer eher 2027. Der aktuelle Tarif von 155 CHF gilt weiterhin provisorisch.

Das bedeutet für dich: Du weisst noch nicht genau, zu welchen Konditionen du in zwei Jahren abrechnest. Das klingt unbefriedigend, ist aber keine Ausnahme — Tarifverhandlungen im Schweizer Gesundheitswesen dauern ihre Zeit. Wichtig ist, dass du deine Praxis so aufstellst, dass eine Tarifanpassung kein Chaos auslöst.

Was Berufsverbände jetzt beobachten

Der FSP (Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen) und santésuisse verfolgen die Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven — der FSP als Berufsverband, santésuisse als Verband der Krankenversicherer. Der FSP betont, dass der Kostenanstieg vor allem die gestiegene Versorgungsqualität und den aufgestauten Bedarf widerspiegelt. Die politische Debatte dürfte sich in den kommenden Monaten zuspitzen, sobald der Evaluationsbericht vorliegt.

Es lohnt sich, die Kommunikation des FSP aktiv zu verfolgen und bei Vernehmlassungen die eigene Stimme einzubringen.

Was 2026 relevant ist

BAG-Evaluationsbericht

Voraussichtlich Frühling 2026: Das BAG legt Handlungsoptionen vor — unklar ist noch, in welche Richtung.

Provisorischer Tarif 155 CHF

Der Stundentarif bleibt vorerst provisorisch; eine definitive Tarifstruktur kommt voraussichtlich nicht vor 2027.

Kostendynamik unter Beobachtung

922 Mio. CHF OKP-Kosten 2024 — ein Wert, der politisch nicht unkommentiert bleibt.

Definitive Tarifstruktur eingereicht

Die Verhandlungen laufen; bis zur Einführung gilt das provisorische Regime weiter.

Was du im Praxisalltag vorbereiten kannst

Sitzungen lückenlos erfassen

Jede Sitzung, jede Dauer, jeder Klient — vollständige Dokumentation schützt dich bei Kontrollen und erleichtert Tarifwechsel.

Stundensatz flexibel halten

Wenn der Tarif angepasst wird, solltest du ihn an einer einzigen Stelle ändern können — nicht in jedem einzelnen Datensatz.

Anordnungen sauber ablegen

Die ärztliche Anordnung ist Voraussetzung für die OKP-Abrechnung; eine klare Ablagestruktur schützt bei Anfragen.

Informiert bleiben

FSP-Newsletter und BAG-Mitteilungen abonnieren; der Evaluationsbericht erscheint ohne grosse Vorlaufzeit.

Wie TimeInvoicer bei Tarifunsicherheit hilft

Wenn Tarife sich ändern, ist das Letzte, was du brauchen kannst, eine Software, bei der du Hunderte von Einträgen nachbearbeiten musst. TimeInvoicer speichert Leistungen und Stunden pro Klient:in sauber und getrennt vom Tarif. Ändert sich der Stundensatz, passt du ihn einmal an — die Sitzungshistorie bleibt unberührt.

Die App erstellt QR-Rechnungen direkt aus der Sitzungserfassung, arbeitet ohne Internetverbindung und speichert alle Daten lokal auf deinem Gerät. Keine Cloud-Pflicht, keine überraschenden Abokosten — gerade in einer Phase, in der du ohnehin genug Ungewissheit im Berufsumfeld hast.

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Quellen

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